Ostdeutschland 101 - Einführung in ostdeutsche Perspektiven auf die Wiedervereinigung nach 35 Jahren
Workshop mit Moritz Haenel
Im Superwahljahr 2026 sind all unsere Augen auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gerichtet und somit im weiten Sinne (mal wieder) auf ganz Ostdeutschland. Nach 35 Jahren seit dem Einigungsvertrag von 1990 wird erneut in Talkshows, Kommentarspalten und Wahlkämpfen den Menschen im Osten ein fehlendes Demokratieverständnis, Politikverdrossenheit, Diktatursozialisation oder im Schlimmstfall sogar Dummheit unterstellt, auch von jenen gänzlich ohne ostdeutsche Lebenserfahrung. Besonders von jungen Ostdeutschen wird zu diesen Zeiten erwartet, die Ansichten oder das Verhalten ihrer Eltern oder Großeltern zu erklären, was für viele junge Menschen eine Herausforderung darstellen kann. Ziel dieser öffentlichen Diskussionenen ist stets, Ostdeutschland als Anomalie darzustellen und Westdeutschland als das das "normale", ordinäre, legitime Deutschland. Dieser Diskurs wird jedoch überwiegend aus westdeutscher Sichtweise geführt und lässt ostdeutsche Perspektiven, Biografien und Lebensrealitäten außen vor. Kurzum: Wiederkehrend wird diskutiert, dass etwas mit dem Osten nicht stimmt, anstatt darüber zu sprechen warum der Osten anscheinend zurückbleibt.
Dieser Workshop soll Teilnehmende in ostdeutsche Perspektiven und Konfliktlinien gegenüber dem heutigen Westdeutschland einführen, sowie ostdeutsche Biografien und Lebensrealitäten nach '89 skizzieren. Anstatt einer vollumfänglichen Erklärung, warum der Osten so "ist wie er ist", geht es also eher darum den Stand der Forschung zum und die materielle Realität im Osten darzustellen. Der Workshop ist also als ein "Jumping-Off"-Point für die Exploration der eigenen (ostdeutschen) Biografie oder Forschungsperspektiven angedacht. Ich freu mich auf euch!




